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Kulturaustausch mit Kalamazoo: Interview mit unserer Englischlehrerin

30. Juli 2026

Kulturaustausch mit Kalamazoo: Interview mit unserer Englischlehrerin

Kulturaustausch mit Kalamazoo College USA

Englisch lernen mal ganz anders!

Unsere Englischlehrerin Frau Stankovic hat mit ihrer Vorklasse ein interessantes Austauschprojekt mit einem US-amerikanischen College in Kalamazoo gestartet. Studierende, die zum ersten Mal Deutsch lernen, tauschen sich über die Plattform Padlet mit unseren Schüler*innen über alltagsnahe Themen aus.

Liebe Frau Stanković, Sie unterrichten Englisch an unser FOS Mesale - erzählen Sie doch bitte kurz, wie es zu dieser fabelhaften Austauschidee kam!

Frau Stanković: Zu diesem Austausch ist es eigentlich ganz zufällig gekommen, weil ich im Herbst in Amerika war und Frau Professorin Sederberg kennengelernt habe. Als Gast lud sie mich zu einer Vorlesung ein. Danach haben wir uns unterhalten und sind spontan auf diese Idee gekommen, dass es ganz toll wäre, wenn man die Studenten aus Kalamazoo, die Deutsch studieren, mit unseren Schülern, die Englisch lernen, verbinden könnte, auf einer Plattform, wo sie sich über alltägliche Sachen austauschen - über Sachen, die Jugendliche interessieren, die nicht unbedingt im Buch zu lesen sind.

Und wie genau wird diese Idee umgesetzt?

Frau Stanković: Wir benutzen die App Padlet. Zuerst haben die amerikanischen Studenten Videos gedreht. Das Thema war Kindheit und sie interessierten sich für Zeichentrickfilme, die man als Kind in Deutschland gern geguckt hat, für Spiele, die man gespielt hat, was hier beliebt war, was nicht, was man machen durfte, was nicht. Und sie wiederum haben unseren Schülern über sich erzählt und dann Fragen gestellt, woraufhin unsere Schüler Videos gedreht haben, um zu antworten. Auch diese wurden hochgeladen.

Und da sich alle vorgestellt und über Hobbys geredet haben, ergab sich daraus das nächste Thema: Die Musik, die man gerne hört, was in ist, was out ist. Die Amerikaner waren neugierig auf deutsche Künstler, auf deutsche Songs, die unsere Schüler dann mit ihnen teilten. Sie haben sich gegenseitig Playlists zusammengestellt mit Best of, mit Top 5. Jeder hat mal reingehört. Und auf Padlet gibt's nicht nur die Möglichkeit, Videos hochzuladen, sondern auch Chats zu führen. Auch das haben sie gemacht.

Das ist eine sehr individuelle Art des Spracherwerbs und der -vermittlung. Was würden Sie sagen, zwei, drei Punkte, weshalb es so gut funktioniert, dass es sogar von den Nutzer*innen selbst noch weitergedacht und weiterverwendet wird?

Frau Stanković: Ein Punkt ist definitiv, dass sie im gleichen Alter sind, es sind ja 17- bis 19-Jährige. Dass die Interessen ähnlich sind. Und dass diese Neugierde da ist, man möchte sich gerne darüber, wie man lebt und wie sich die Jugend so gibt und was sie gerne macht, austauschen, um zu gucken, wo stehe ich, und wo stehen andere.

Der andere Punkt ist, dass man dadurch natürlich die Sprache in einem ganz anderen Umfeld anwendet. Das heißt, sie können andere Begriffe erlernen, umgangssprachliche Begriffe, die, wie gesagt, im Buch nicht unbedingt vorhanden sind. Ein weiterer Punkt ist, die Studenten aus Amerika kommen für ein Austauschjahr oder Austauschsemester nach Erlangen. Und damit ergibt sich natürlich die Möglichkeit, dass sie sich tatsächlich mal kennenlernen, im Real Life. Ich hoffe auch, dass dadurch Freundschaften entstehen können. Und wer weiß, vielleicht ergibt sich mal die Möglichkeit, auch unsere Schüler nach Amerika mitzunehmen.

Würden Sie als Englischlehrerin sagen, es hat deutliche Vorteile, auf diese Art die Sprache zu erfahren, zu erproben, zu erleben?

Frau Stanković: Ja, auf jeden Fall. Das ist nützlich, weil das, worauf wir uns hier konzentrieren, das Lernen ist, und das ist das, was den Schülern hilft, Prüfungen zu bestehen. Man konzentriert sich auf Lesefähigkeiten, auf Schreiben, auf Diskutieren, mit Themen, die schon vorgegeben sind und nicht unbedingt immer das Interesse von Jugendlichen widerspiegeln.

Hier aber entsteht ein ganz spontaner Austausch, wo man mit seinen Beiträgen kreativ sein kann. Man kann Fragen stellen, die einen interessieren. Themengebiete ergeben sich, weil das Interesse gleich ist. Sport ist eines dieser Themen. Denn College-Sport ist ja in Amerika sehr wichtig und unsere Schüler waren neugierig, was man da macht und wie man trainiert. Und ja, das ist eben lebensnah statt buchnah, wie es normalerweise im Unterricht ist.

Großartig! Wird das Projekt bald enden oder wird es so lange fortgesetzt, bis sich Interessierte finden?

Frau Stanković: Ich hoffe, dass wir dadurch tatsächlich ein langfristiges Projekt etabliert haben, dass die Schüler interessiert bleiben, weil ja auch immer wieder neue Studenten dazukommen. Als Plattform funktioniert Padlet wunderbar und ich hoffe, dass sich tatsächlich dadurch die Gelegenheit ergibt halt, dass man sich auch im echten Leben mal trifft und was gemeinsam unternimmt.

Der Austausch wird ab Herbst nach der Sommerpause weitergehen. Plan ist, dass wir die Studenten, die ab Herbst in Erlangen sein werden, einladen, zum Beispiel zur Weihnachtsfeier. Dann können sie sich zum ersten Mal treffen, vielleicht zu unserer Ramadanfeier oder zu einem gemeinsamen Ausflug.

Vielen herzlichen Dank, liebe Frau Sanković, viel Erfolg weiterhin für dieses tolle Projekt.

Dieser Beitrag stammt von Fosmesale
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